Kompanie der Historischen Schützen

Die Historischen Schützen der St. Peter und Paul Schützenbruderschaft Obermarsberg 1448  haben sich auf ihrer Gründungsversammlung am 19.09.1997 als eine Kompanie der vorgenannten Schützenbruderschaft gegründet und können somit in diesem Jahr auf ihr 10jähriges Bestehen zurückblicken. Anlass für die Gründung der Historischen Schützen war die Festwoche 550 Jahre Schützenwesen in Marsberg der Schützenbruderschaft Obermarsberg im Mai 1998. Die Historischen Schützen verstehen sich als Nachfolgeorganisation der bereits im Jahre 1448 - wenn nicht bereits früher- in der Marsberger Neustadt (Obermarsberg) auf dem  Eresberg bestehenden Schützenvereinigung oder -gilde, (siehe dazu die o. a. Festschrift „Die Marsberger Schützen in kurkölnischer Zeit“ von Hans Dieter Tönsmeyer, herausgegeben 1998). Darüber hinaus sollen sie das jährliche Obermarsberger Schützenfest bereichern sowie das überlieferte Brauchtum und den Heimatgedanken erhalten und pflegen. Insbesondere soll hier das historische Schützen- und Waffenwesen im Vordergrund stehen.

Historische bis 2005

Als Wappen wurde das historische Marsberger Wappen, der goldene Petrusschlüssel auf rotem Grund, gewählt, (siehe 4. Das Historische Wappen der Stadt Marsberg). Dieses ziert nun die Standarte der Historischen Schützen.

Des Weiteren wurde eine historische Uniform angeschafft und gefertigt, die in Anlehnung an das o. a. Bildnis der Schützen des 15. Jahrhunderts entstanden ist. Allerdings waren dazu einige Kompromisse einzugehen. So besteht die Uniform der Historischen Schützen aus einem historischen Helm, da damals keine Eisenhüte zu bekommen waren, einem Leinenhemd und darüber liegendem Lederwams, einer Gugel oder Kogel, einer engen Hose (Reithose ohne Lederbesatz) sowie historischen Stiefeln. Zur Bewaffnung der einzelnen Rotten gehören Schwerter, Hellebarden und Armbrüste. Außerdem wurden Hakenbüchsen, Böller und Kanonen angeschafft. Die Kanonenrohre wurden fachmännisch in einer Hütte gegossen. Den Lafettenbau sowie die sonstigen Arbeiten führten die Schützen in Eigenregie und zahlreichen Arbeitsstunden aus. Um die Vorderladerwaffen und Kanonen bedienen zu können und dürfen, mussten staatlich anerkannte Lehrgänge für das Vorderlader- bzw. Böllerschießen mit abschließender Prüfung durch einen Sachverständigen besucht werden. Für den Erwerb und Besitz von Schwarzpulver sind jeweils Erlaubnisbescheide nach dem Sprengstoffgesetz erforderlich.  Sämtliche Vorderlader und Schussgeräte sind erstmalig und danach alle weiteren fünf Jahre von einem staatlichen Beschussamt zu überprüfen und abnehmen zu lassen. Insgesamt wurden 11 Kanonen selbst gefertigt und zahlreiche Böller und Vorderlader  angeschafft bzw. hergestellt. Man sieht: Eine kurzfristige Verteidigung des Eresberges wäre zweifellos gesichert.

Die Obermarsberger Historischen Schützen hegen aber heutzutage friedliche Absichten. Dieses zeigt schon allein die Tatsache, dass man sich den mittelalterlichen Feinden jenseits der Grenze zu Waldeck, nämlich den Waldecker Kanonieren angeschlossen hat, die schon seit geraumer Zeit das Böller- und Kanonenschießen praktizieren. Der freundschaftliche Kontakt zu den weiteren rund 30 Gruppen und Vereinen wird bei den jährlichen Kanonentreffen und dem jährlichen Manöver der Waldecker Kanoniere gefestigt. Im Jahr 2002 fand so das Manöver der Waldecker Kanoniere erstmalig in Feindesland, d. h. auf Sauerländer Gebiet an der Donnersberger Warte (Mäuseturm) in der Obermarsberger Feldgemarkung statt, anlässlich des 5jährigen Bestehen der Historischen Schützen, von welchem sogar der WDR live berichtete.

Heute gehören den Waldecker Kanonieren weitere westfälische und sauerländische Vereine an. Die Obermarsberger Schützen sind schon seit vielen Jahren für das Einböllern von zahlreichen Schützenfesten, wie z. B. in Obermarsberg, Niedermarsberg, Padberg und auch bis 2005 in Brilon verpflichtet worden. Ferner wird schon jahrelang der Marsberger Allerheiligenmarkt eingeböllert. Im Jahre 1999 fand erstmalig das vereinseigene Freischießen mit Wiederbelebung des Grenzbegangs, Lagerleben und historischen Wettkämpfen unter Teilnahme befreundeter Vereine am Buttenturm von Obermarsberg statt. Der Grenzbegang ist nun (wieder) zur jährlichen Tradition geworden und beinhaltet ein Abwandern der historischen Gemarkungsgrenze der ehemaligen Stadt Obermarsberg sowie eine Steinsetzung an neuralgischen Grenzpunkten, nicht um zu trennen, sondern um das Bewusstsein an die einstige Größe und Bedeutung Obermarsbergs wach zu halten. Neue Grenzsteine wurden wie folgt gesetzt: An der Grenze zu Niedermarsberg 1999 an den Brodwiesen, 2000 am Speckfinkenbach, 2001 am Kattwinkel und 2002 an der Mühlen-/Leitmarer Straße. Weitere folgten 2003 an der Erlinghauser Grenze im Frohntal, 2004 zur Heddinghauser Grenze am Boles, 2005 an der Grenze zu Leitmar an der Leitmarer Straße sowie 2006 an der Giershagener Grenze in der Nähe des dortigen Sportplatzes. 2007 wurde ein letzter Stein an der Bredelarer Grenze aufgestellt.

Auch traten und treten die Historischen Schützen bei mannigfachen Ortsjubiläen in der Stadt Marsberg und im weiten Umland sowie beim Historischen Umzug anlässlich des Marsberger Allerheiligenmarktes von Anbeginn an auf.

Auch für die weithin bekannten Historischen Märkte in Obermarsberg setzen sich die Historischen Schützen ein. 1996, da noch als lose Gruppierung, fand der Kaisermarsch von Aachen nach Obermarsberg zum II. Historischen Markt statt. Die Aufmerksamkeit der Presse und der Bevölkerung für die Märkte 2001 und 2004 wurden geschürt durch den Marsch in historischer Schützenuniform von Corvey nach Obermarsberg in vier Etappen zum Gedenken an die Verleihung des Münz-, Markt- und Zollrechts an Horhusen im Jahre 900 sowie durch den Drei-Etappen-Marsch von Rüthen nach Obermarsberg zur Erinnerung an die Überlassung einer Kanone an die Stadt Marsberg im Jahre 1464 durch die Stadt Rüthen. Am 06. und 07. September 2008 soll der VI. Historische Markt von Obermarsberg stattfinden. Man darf gespannt sein, welche Attraktion die Schützen dann auf Lager haben werden.

von Karl-Rudolf Böttcher

 

Die derweil 49 Historischen Schützen werden z. Zt. wie folgt vertreten:

 

Stadthauptmann Michael Juckenath, Mönchofstraße 4, 34431 Marsberg, Tel. 02992 65147,

Stefan Wilmer, Brunnenstraße 9, 34431 Marsberg, Tel. 2992 976378,

Schreiber Robert Siebers, Pater-Rupert-Straße 5, 34431 Marsberg, Tel. 02992-1600,

Schatzmeister Gerd Göken, Kaiser-Karl-Platz 4, 34431 Marsberg, Tel. 02992-3734;.

 

Ausrüstung und Schützentracht

 

Quelle: Hans Dieter Tönsmeyer: Die Marsberger Schützen in kurkölnischer Zeit

 

Von besonderem Interesse ist die Beschreibung der Grundausrüstung der Schützen im 15. Jahrhundert. Danach trugen sie neben der Armbrust auch ein Schild, d. h. eine so genannte Pavese, und einen Eisenhut. Die Auswahl der weiteren Ausrüstung und der Kleidung stand - außer beim Auftreten der Gesamtheit der Schützengilde - im Belieben des einzelnen Schützen.

Zu besonderen Anlässen trugen die Schützen - häufig durch die Schützenordnungen vorgeschrieben - eine einheitliche Kogel, eine Kapuze mit Zipfel und großem Schulterkragen. Die Dortmunder Armbrustschützen schrieben 1378 ihren Mitgliedern vor, dass jeder seine Schützenkogel zum Papageienschießen tragen musste. Wer die Kogel weggab oder versetzte, ehe er eine neue erhalten hatte, musste die Schützengesellschaft verlassen.

Dieses Bild zeigt die Historischen Schützen kurz nach der Gründung in voller Ausrüstung vor der Schützenhalle



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Bis zum Schützenfest 2018 sind es noch

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...bis zum 30 Juni 2018 / 12:00 Uhr
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